Von „N.i.p.“ ins „bureau für kommunikation“

 

UM_lang_HeadDer Ursprung dieses digitalen und damit geruchsfreien Textes liegt fast 40 Jahre zurück. An jenem Nachmittag verließ ich eine Kammer neben dem Lehrerzimmer des Dortmunder Heinrich-Heine-Gymnasiums – in einer intensiv „duftenden“ Wolke von Spiritus, einen Stapel Schülerzeitungen auf dem Arm. Es mögen gut 150 Exemplare der „N.i.p. No. 9“ gewesen sein – von Hand zusammen gelegt und getackert.

Darin – eher nicht der Erwähnung wert – mein erster vervielfältigter Artikel. Rückblickend betrachtet, macht er dem Titel der Schülerzeitung, „Nobody is perfect“, alle Ehren. Ich mag nicht beurteilen, ob mein heutiger Anspruch an Qualität in diesem Nachmittag und im Titel des Mediums begründet ist.

 

Frühe Leidenschaften

Unbestritten begann auf dem langen Schulflur aber – zumindest sinnbildlich – mein Berufsweg. Schritt für Schritt zum Ziel: Journalist. Aus „N.i.p.“ wurde übrigens später die „ZEITUNG am HHG“, durchaus schon deutlich professioneller. Ich durfte eine Zeit Chefredakteur des Blattes sein.

Abi, Studium, Zeilen-„Schinden“ am Wochenende und abends in den Stadtteilen, schon kurze Zeit später Pauschalist mit Urlaubsvertretungen in Stadtteil- und Nachtredaktionen der Ruhr-Nachrichten. Fast zeitgleich: von der Leidenschaft zu fotografieren zum „Schnuppern“ am bewegten Bild. Videoprojekte, größere und kleinere; Produktionen, ausgestrahlt im Offenen Kanal Dortmund – Anfänge des Videojournalismus.

 

Vor Ort und „on air“

Hörfunkproduktion via Laptop und MiniDisc-Player.

Weltjugendtag 2005 in Köln.

1990 schließlich führte der berufliche Weg auf die A 45 gen Süden. Märkischer Kreis, Leitung der eigenständigen Regionalredaktion der ehemaligen Essener Bistumszeitung Ruhrwort und der regionalen Pressestelle. Schnell wurde daraus Öffentlichkeitsarbeit in all ihren Facetten – ergänzt durch ein Unikat in NRW: eine ökumenische Hörfunkredaktion mit eigener Sendung im Lokalsender am Sonntagmorgen. Text, Bild, Ton – die recherchierten Themen nun in multimedialen Dimensionen.

Print und Hörfunk – meistens vor Ort, wo etwas los war, häufig aber auch unterwegs, Lokales im Visier: Livesendung von der EXPO 2000 in Hannover, als Korrespondent von Katholiken- und Kirchentagen oder der Kölner Kette beim Weltwirtschaftsgipfel 1999. Schließlich noch mal Köln: fünf Tage Nachrichten, Berichte, Interviews vom Weltjugendtreffen 2005. All das, wenn nicht immer haupt-, dann zumindest aber freiberuflich.

 

Nachhaltige Begegnungen

Projektredaktionen. Reportagen. Interviews! Mehr als Termine – nachhaltige Begegnungen: Ignaz Bubis in Frankfurt, Johannes Rau in Essen, Hanns Dieter Hüsch in Lüdenscheid und einige mehr.

Zwischendrin und „nebenbei“ von 2000 bis 2002: Fernstudium der Öffentlichkeitsarbeit. (Non-Profit-) Marketing und PR in Theorie und Praxis. Vor allem aber Handwerk: Struktur und Strategie – immer an der Zielgruppe orientiert.

 

Zurück ins Revier

Die Ironie der PR-Professionalität: meinen Job selbst als notwendigerweise „überflüssig“ zu erklären. Frühjahr 2004, Pressekonferenz: Neuordnung der Struktur im Bistum Essen und damit auch im Märkischen Sauerland. Schönes Finale: das erste Social Media Engagement. Sechs Wochen als Gastautor für den Märkischen Zeitungsverlag in einem moderierten Blog: Tages-Themen, die (mich) bewegen. Spannend.

2006 der Wechsel in die Unternehmenskommunikation im Sozial- und Gesundheitswesen, mehr als 2.000 Mitarbeiter, PR im Team, Aufgabenteilung. Neuentwicklungen im Corporate Publishing, Pressearbeit, Netzwerken, Spender- und Eventkommunikation. Zugleich eine Rückkehr ins Ruhrgebiet – in einen Markt, wo die Medienkonzentration gerade Schwung holt.

 

Erfahrung teilen

Nach acht Jahren reift eine alte Idee auf neuem Boden: Selbstständigkeit – forciert durch Workshops und eine Weiterbildung in Social Media. Wissen teilen und weitergeben, aus der Erfahrung heraus qualifiziert beraten sowie – natürlich – schreiben (und multimedial produzieren).

Das bureau für kommunikation – kein sprachlicher Spleen aus meiner Vorliebe für Frankreich und seiner Sprache, vielmehr Ausdruck der doppelten Bedeutung im Französischen: bureau = Büro, oder auch Schreibtisch – nicht mehr oder weniger. Und, passend: Journalismus und PR – Arbeiten auf beiden Seiten des Schreibtischs.